Erfahrungsbericht: Aleppo-Seife

Nachdem ich vor einiger Zeit schon Haarseife getestet habe, bin ich nun auf Aleppo-Seife aufmerksam geworden. Wie war der Umstieg und welche Vor- und Nachteile gibt es meiner Meinung nach in der Anwendung?

Was ist Aleppo-Seife?

Wie der Name schon sagt, hat die Seife ihren Ursprung in Aleppo, Syrien. Und auch heute noch wird die Seife in einigen Lagerhallen in Aleppo, die noch nicht durch den Bürgerkrieg völlig zerstört sind, in Handarbeit hergestellt. Die Seife besteht hauptsächlich aus Oliven- und Lorbeeröl. Je höher der Anteil an Lorbeeröl in der Seife ist, desto teurer ist sie. Der Anteil des Lorbeeröls stellt auch gleichzeitig den Wert der Überfettung dar. Aleppo-Seife enthält keine Farbstoffe, künstliche Aromen oder andere synthetische Stoffe. Dadurch ist sie also auch komplett biologisch abbaubar. Übrigens: Aleppo-Seife wird zum aushärten einige Zeit gelagert. Zu Beginn dieser Lagerung ist die Seife noch grün. Durch äußere Einflüsse, wie Sonnenlicht und Sauerstoff, färbt sich die äußere Schicht der Seife mit der Zeit leicht braun. Im inneren bleibt die Seife aber grün.

Was habe ich bisher genutzt?

Wie einige vielleicht wissen, habe ich vor einiger Zeit Haarseife getestet (Den Erfahrungsbericht findest du hier). Das war im Herbst letzten Jahres. Ich war damals ziemlich begeistert von der Haarseife und wollte sie unbedingt weiterverwenden. Allerdings hat mir der Winter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich neige sehr zu trockener Kopfhaut. Durch die Kälte vor der Tür und die trockene Heizungsluft in Räumen wurde dieses Problem noch verstärkt. Ich habe mich also an Haarseife versucht, die eine höhere Überfettung hat, um meine Kopfhaut mit mehr Feuchtigkeit zu versorgen. Allerdings wollte es nicht klappen. Entweder war die Kopfhaut zu trocken oder meine Haare wurden strähnig.

Ich ging dazu über, meine Haare mit einer regelmäßigen Kokosöl-Kur zu pflegen. Also an freien Tagen Kokosöl morgens in die Haare rein und abends wieder auswaschen. Doch leider scheiterte die Haarseife an der Menge des Kokosöls. Mit Haarseife allein bekam ich es einfach nicht wieder ausgewaschen. Und so war meine letzte Lösung, mir doch wieder ein festes Shampoo mit sehr milden Tensiden zu kaufen und es im Wechsel mit den Kuren anzuwenden. Mit dieser Kombination kam ich einigermaßen unbeschadet über den Winter. Und doch machten sich die Tenside aus dem Shampoo auf meiner Kopfhaut und auch an meinen Haaren bemerkbar. Ich war also insgesamt nicht sehr glücklich mit dieser Kombination.

Warum Aleppo-Seife?

Bei uns im Unverpackt-Laden bieten wir, neben Haarseife und festem Shampoo, auch Aleppo-Seife an. Mir war die Seife also bekannt, allerdings habe ich ihr nie wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt. Vor einiger Zeit hatte dann eine Kundin bei uns die Seife gekauft und kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Daraufhin fing ich an, mich im Internet mehr über Aleppo-Seife zu informieren. Ich kam zu dem Schluss, dass das tatsächlich etwas für mich sein könnte. Die Seife ist quasi für jeden Haut- und Haartypen geeignet und wirkt zudem antiseptisch. Außerdem soll die Seife durch ihren leicht basischen ph-Wert beruhigend auf die Kopfhaut wirken. Und auch mein Minimalismus-Herz ging auf, als ich las, dass die Seife für Haut, Haare und auch als Rasierseife verwendet werden kann.

Der erste Versuch

Beim ersten Haarewaschen mit der Aleppo-Seife waren meine Erwartungen zugegebenermaßen ziemlich hoch. Ich hatte bisher wirklich fast nur positives von der Seife gelesen und gehört. Ich verwendete die Seife eigentlich genauso wie andere Haarseifen. Das Waschen klappte an sich gut, jedoch war ich mir zwischendurch nicht sicher, ob ich die Seife wirklich komplett aus den Haaren bekommen hatte. Ich stand also etwas länger als sonst unter der Dusche, um ganz sicher zu gehen, dass ich alle Partien richtig erwischt hatte.

Nachdem ich meine Haare abgetrocknet hatte, gab es eine erste Bestandsaufnahme. Ich musste zu meiner Enttäuschung feststellen, dass die Aleppo-Seife meine Haare wohl auch strähnig werden lassen würde. Ich beschloss trotz allem noch etwas abzuwarten. Da ich ziemlich dicke und auch viele Haare habe und diese eigentlich immer an der Luft trockenen lasse, ließ das erste Ergebnis eine Weile auf sich warten. Während des Trocknens griff ich mir ständig an den Haaransatz, um zu ertasten, ob meine Haare sich nach wie vor so strähnig anfühlten. In der ersten Zeit nach dem Duschen taten sie das auch weiterhin. Etwas frustriert wollte ich das Projekt als gescheitert erklären. Doch kurz darauf merkte ich, dass das strähnige Gefühl verschwand – einfach so. Stattdessen fühlten sich meine Haare nach dem Trocknen luftig und weich an.

Meine Haut fühlte sich nach der ersten Verwendung der Seife übrigens ein ganz kleines bisschen trockener an als sonst. Allerdings war der Unterschied so gering, dass es kaum aufgefallen ist, geschweige denn gestört hätte.

Weitere Anwendungen

Als ich in den folgenden Tagen die Aleppo-Seife verwendete, pendelte sich auch meine Haut wieder ein. Als nächstes wollte ich die Seife noch beim Rasieren testen. Die Haut war danach vielleicht nicht ganz so weich, wie man es bei handelsüblichen Rasierseifen gewohnt ist und doch war ich durchaus zufrieden damit. Dadurch, dass die Seife kein Parfum oder ähnliches enthält, hatte ich zudem das Gefühl, dass meine Haut nach dem Rasieren etwas weniger gereizt war.

Meine Haare habe ich in dieser Zeit auch noch einige Male mit der Aleppo-Seife gewaschen. Hier waren die Erfahrungen ähnlich wie bei der ersten Anwendung. Hin und wieder spülte ich noch mit einer sauren Rinse nach. Diese musste ich aber nicht wirklich oft anwenden.

Fazit

Ich bin inzwischen absolut verliebt in meine Aleppo-Seife. Zu Beginn hatte ich Sorge, dass mich der Geruch auf Dauer stören könnte. Bisher ist das allerdings nicht der Fall, zudem der Geruch nach dem Haarewaschen wesentlich milder ausfällt, als wenn man direkt an der Seife riecht.
Meine Kopfhaut hat sich durch die Aleppo-Seife nach langer Zeit endlich wieder erholt. Im Gegensatz zur „Shampoo-Zeit“ sind auch die Abstände zwischen dem Haarewaschen wieder größer geworden. Auf der Haut und zum Rasieren finde ich die Seife ebenfalls sehr angenehm. Ein kleiner Nachteil ist vielleicht, dass man etwas mehr Wasser zum Aufschäumen der Seife verbraucht. Die Seife an sich ist aber ziemlich ergiebig und somit auch langfristig nicht wirklich teuer. Alles in allem bin ich sehr glücklich über diese Entdeckung und würde jedem Empfehlen, Aleppo-Seife zumindest einmal getestet zu haben!

Ich hoffe, dass dir mein Erfahrungsbericht gefallen hat und dir einen guten Überblick geben konnte. Falls dich weitere nachhaltige Themen interessieren, kannst du gerne noch auf meinem Blog stöbern oder mal bei Instagram vorbei schauen!

x Jasmin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.