Erfahrungsbericht: Umstellung von festem Shampoo zu Haarseife

Im Blogartikel „10 Tipps um deinen Müll zu reduzieren“, habe ich bereits von festem Shampoo erzählt. Vor einiger Zeit bin ich jedoch auf Haarseife aufmerksam geworden und wollte diese auch gleich testen. Meine Erfahrungen während des Umstiegs möchte ich nun gerne mit euch teilen.

Der Unterschied zwischen festem Shampoo und Haarseife

Der Hauptunterschied zwischen festem Shampoo und Haarseife sind die Inhaltsstoffe. Feste Shampoos funktionieren eigentlich genauso wie flüssiges Shampoo, also mit Tensiden. Der Einzige Unterschied ist, dass feste Shampoos meistens etwas mildere und vor allem natürliche Tenside beinhalten. Festes Shampoo ist also wie konventionelles Shampoo, nur mit einem geringeren Flüssigkeitsanteil.

Haarseife arbeitet, wie der Name schon vermuten lässt, mit Verseifung. Die Basis bilden Lauge, Fette und Öle. Damit das Haar gepflegt wird, werden einige Öle unverseift hinzugegeben. Hier wären wir auch schon bei einer Sache, auf die man beim Haarseifen-Kauf achten muss. Je trockener das Haar ist, desto höher sollte der Anteil an unverseiften Ölen sein. Wenn man jedoch einen zu hohen Anteil wählt, kann es passieren, dass die Haare nach dem Haarewaschen fettig sind. Diesen Fehler habe auch ich gemacht, doch dazu später mehr.

Die Tenside im festen Shampoo machen die Reinigung wesentlich einfacher, sind jedoch, selbst wenn sie zu der milden Sorte gehören, relativ aggressiv. Dies wirkt sich besonders auf die empfindliche Kopfhaut aus.

Bei der Haarseife wird eine Reinigung durch gründliches Einseifen der Haare erreicht. Da sie ohne Tenside auskommt, ist sie für die Kopfhaut wesentlich schonender.

Der Fehler gleich am Anfang

Wie oben schon erwähnt, wusste ich zu Beginn meines Experimentes leider noch nicht allzu viel über Haarseifen und habe daher ein Produkt mit 10% unverseiften Ölen gewählt. Zur Orientierung: Inzwischen verwende ich Haarseifen mit einem Anteil von maximal 3-4%. Die erste Anwendung mit der 10%igen Seife gestaltete sich daher auch etwas schwierig. Sie schäumte zu meinem Erstaunen ziemlich gut auf und ließ sich auch gut verteilen. Allerdings hatte ich, kaum dass die Seife in meinen Haaren war das Gefühl, dass ich sie da jetzt auch nicht mehr herausbekommen würde. Egal wie sehr ich auch versuchte die Seife auszuwaschen, es blieb immer ein Film über meinen Haaren. Als sie am Schluss getrocknet waren, sah es zu meiner Erleichterung gar nicht soo schlimm aus. Sie sahen nicht fettig aus, aber stumpf. Da ich in Sachen Zero-Waste-Experimente selten vorschnell aufgebe, dachte ich mir, dass das bestimmt noch werden würde und probierte weiter. Abgesehen davon, dass meine Kopfhaut komplett ausrastete und aufgrund des hohen Fettanteils in der Seife anfing stark zu schuppen, änderte sich nichts. Meine Haare sahen nach wie vor Stumpf aus.

Allmählich doch ziemlich genervt von diesem Misserfolg informierte ich mich. Die Verkäuferin in unserem Unverpackt-Laden gab mir dann schließlich den entscheidenden Tipp. Grundsätzlich sollte man immer mit einem möglichst niedrigen Anteil an unverseiften Ölen anfangen und sich dann langsam steigern.

Jetzt nochmal – Aber richtig!

Ich besorgte mir also eine Haarseife mit einem geringeren Anteil an unverseiften Ölen und probierte sie gleich aus. Die Veränderung war enorm. Ich die Seife ganz einfach wieder auswaschen. Meine Kopfhaut beruhigte sich innerhalb einer Woche. Der Film, der meine Haare so stumpf gemacht hatte verschwand komplett und meine Haare fingen (endlich!) wieder an zu glänzen.

Das ursprüngliche Ziel der Umstellung, meine Kopfhaut zu schonen, habe ich auf jeden Fall erreicht. Meine Haare sind inzwischen sogar noch etwas weicher, als sie es mit dem festen Shampoo waren. Auch konnte ich auf die saure Rinse zum Nachspülen komplett verzichten.

Ein weiterer Vorteil, der mir aufgefallen ist, dass zumindest meine Haarseife wesentlich ergiebiger ist, als mein vorher verwendetes festes Shampoo.

Bei dem unverseiften Anteil von 3-4%, den ich am Anfang schon hatte, bin ich auch geblieben. Ich könnte mir vorstellen für den Winter einen etwas höheren Anteil zu wählen, um der Haut etwas mehr Feuchtigkeit zu spenden. Doch von 10% werde ich dann vermutlich immernoch weit entfernt sein.

Mir ist aufgefallen, dass vor allem in Drogeriemärkten Haarseifen meistens mit einem sehr hohen Anteil an unverseiften Ölen angeboten werden. Doch auch auf einem Naturmarkt im Urlaub bin ich schon auf Seife mit 10% gestoßen. Schaut daher unbedingt immer auf die Rückseite oder informiert euch direkt bei dem Verkäufer.

Fazit

Ich würde auf jeden Fall nochmal eine Umstellung von festem Shampoo zu Haarseife mitmachen. Ich kann mir vorstellen, dass auch wenn man von Anfang an die richtige Haarseife nimmt, die Kopfhaut einen Moment braucht, um sich umzustellen. Durch die Tenside von Shampoos, die die Kopfhaut austrocknen, lernt diese immer wieder Fett nachproduzieren zu müssen. Wenn wir plötzlich auf Haarseife umsteigen, wird die Kopfhaut nicht mehr ausgetrocknet, produziert aber immer noch im gleichen Tempo Fett nach. Dadurch entstehen schuppen. Daher ist es auch so ratsam mit Haarseifen zu beginnen, die einen geringeren Anteil an unverseiften Ölen haben. Die Umstellung dürfte dann, meiner Erfahrung nach, nicht länger als 1-3 Wochen brauchen. Auch die Schuppenbildung fällt bei einer Haarseife mit geringem Anteil reduzierter aus.

Inzwischen fühlen sich meine Kopfhaut und Haare so gut an, dass sich der Umstieg definitiv gelohnt hat.

Ich hoffe mein Erfahrungsbericht konnte euch etwas weiter helfen. Gerne könnt ihr mir hier in den Kommentaren von euren Erfahrungen mit festem Shampoo und Haarseife erzählen. Ich freue mich auf den Austausch! Wenn ihr denkt, dieser Artikel könnte jemandem weiterhelfen, könnt ihr ihn auch gerne teilen!

x Jasmin

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