„Pink Tax“: Wenn rosa teurer als blau ist

Habt ihr schon einmal etwas von der „Pink Tax“ gehört? Nein? Gerade, wenn ihr hin und wieder in einem Drogeriemarkt seid, wird euch diese ganz besondere Form der „Steuer“ schon einmal begegnet sein.

Was bedeutet „Pink Tax“?

Der metaphorische Begriff „Pink Tax“ lässt sich aus dem Englischen mit „rosa Steuer“ übersetzen. Diese „rosa Steuer“ bezeichnet die Mehrkosten, die für spezielle „Frauenprodukte“ anfallen. Ein einfaches und häufiges Beispiel sind Rasierer. Hier kann es passieren, dass Frauen für das rosa Produkt bis zu 40% mehr zahlen müssen als Männer für den baugleichen, blauen Rasierer. Doch auch im Bereich der Dienstleistungen müssen Frauen oft mehr bezahlen. Eine Frau muss so z.B. beim Friseur mehr bezahlen, als ein Mann mit der gleichen Haarlänge. Bei vielen Friseuren wird nämlich noch in „Frauen-“  und „Männerhaarschnitt“ unterschieden und nicht etwa nach kurzen oder langen Haaren..

Warum gibt es die „Pink Tax“?

Für einen erhöhten Preis bei „Frauenprodukten“ gibt es einige Gründe. Definitiv keiner der Gründe ist, dass sich die Produkte für Frauen in der Herstellung oder den Inhaltsstoffen unterscheiden. Ein möglicher Grund ist vor allem, dass Frauen gerade im kosmetischen Bereich einem enormen gesellschaftlichen Druck ausgesetzt sind. Durch den Versuch vorgegebene „Schönheitsideale“ zu erreichen, sind Frauen eher bereit mehr zu bezahlen – im Gegensatz zu vielen Männern, die diesem Druck weniger stark ausgesetzt sind. Auch werden häufig Scheinargumente vorgebracht. Beim Rasierer wäre das z.B., dass die Klingen speziell für „die empfindliche Haut der Frau“ gemacht sind. Dass es auch Männer mit empfindlicher Haut gibt und die Klingen sich eigentlich auch überhaupt nicht unterschieden, spielt bei diesem “Argument” keine Rolle.

Was ist das Problem der „rosa Steuer“?

Gerade in Anbetracht dessen, dass Frauen bis heute immer noch weniger verdienen als Männer, ist es umso absurder, dass sie dann auch noch mehr für alltägliche Produkte zahlen müssen. Zudem wird gerade im Bereich der Dienstleistungen oft davon ausgegangen, dass Frau diese und jene Behandlungen bevorzugt, die einen teureren Preis rechtfertigen. Danach gefragt, ob man das wirklich so möchte, wird aber natürlich nicht. Ein ganz anderes Problem ist auch, dass ein Bild vermittelt wird, in dem nur zwei Geschlechter existieren, die zudem noch ganz bestimmte Rollenklischees erfüllen. Das Verpackungsdesign im klassischen Rosa/Blau-Prinzip tut da noch das Übrige.

Was kann man gegen die „Pink Tax“ tun?

Die wohl einfachste Lösung: Keine speziellen „Frauenprodukte“ mehr kaufen. Gerade bei handelsüblichen Drogerieartikeln gibt es häufig zwei Ausführungen des gleichen Produkts. Außerdem ist mir aufgefallen, dass bei nachhaltigen und ethischen Unternehmen das Geschlecht des Kunden bei der Preisgestaltung absolut keine Rolle spielt. Hier ergeben sich die Kosten tatsächlich noch aus den verwendeten Inhaltsstoffen. Wer besonders viel Geld sparen möchte, kann natürlich auch Kosmetikartikel selbst herstellen oder zur Pflege auf reine Öle setzen. In Sachen Dienstleistungen ist es schon etwas schwieriger. Sofern eine Preisliste vorliegt, kann man immerhin die Leistungen vergleichen. Ansonsten hilft, wie so oft, ein achtsamer Konsum und sich genau zu überlegen, wofür man das eigene Geld ausgeben möchte.

Ich hoffe, dass dir der Beitrag weitergeholfen hat und du bei deinem nächsten Einkauf noch etwas genauer hinsiehst. Wenn du noch mehr Menschen für die Thematik sensibilisieren möchtest, dann teile diesen Artikel doch gerne.

x Jasmin

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